Warum ich nicht gendere.

Ein Text über Sprache, Würde und den Irrtum der gut gemeinten Umerziehung.

Ich gendere nicht.
Nicht aus Trotz.
Nicht aus Ignoranz.
Nicht, weil ich irgendjemanden ausschließen will.

Sondern, weil ich glaube,
dass Sprache mehr ist als ein politischer Aufkleber.
Weil ich glaube,
dass Sichtbarkeit nicht entsteht,
wenn man sie künstlich einklammern muss.

Ich bin für Gleichwertigkeit.
Für Achtung.
Für Freiheit.

Aber ich bin nicht bereit,
die Sprache, die ich liebe,
in Stücke zu reißen,
nur um einem Dogma zu genügen,
das sich Moral nennt –
aber in Wahrheit mit dem Lineal denkt.

Ich gendere nicht,
weil ich Menschen nicht zu Kategorien machen will –
sondern zu Begegnung.
– Hendrik Birke

Ich brauche kein Sternchen,
um Menschen zu achten.
Ich brauche kein Doppelpunkt-Zischen,
um jemanden ernst zu nehmen.
Ich höre zu. Ich sehe. Ich spreche.
Aufrichtig. Nicht automatisiert.

Und vor allem:
Ich reduziere keinen Menschen auf sein Geschlecht.
Weder männlich, noch weiblich,
noch was immer sich jemand auf ein Etikett schreibt.

Denn die Würde liegt nicht im Wort.
Sondern im Wie.

Wenn Sprache zur Waffe wird,
gegen die Sprache selbst –
dann stimmt etwas nicht mit dem Denken dahinter.

Ich gendere nicht,
weil ich glaube,
dass Gleichheit nicht am Satzanfang beginnt,
sondern im Herzen.


Und wenn das fehlt?
Dann hilft auch kein Genderzeichen mehr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert