Nur nichts Falsches sagen – am besten gar nichts.
Ein Text für alle, die Worte lieber weichspülen, statt Wahrheit auszuhalten.
Es gibt Menschen, die hören dir zu –
solange du nichts sagst,
was über ihre Wohlfühl-Grenze hinausgeht.
Solange du nickst, bestätigst, flauschst.
Solange du auf keinen Fall…
klar wirst.
Denn Klarheit ist gefährlich.
Sie könnte verletzen.
Oder schlimmer: sie könnte etwas in Bewegung bringen.
Und das ist nicht erwünscht –
denn wer sich bewegt,
könnte aus seiner Blase kippen.
Diese Menschen lieben Debatten –
aber nur, wenn sie vorher festlegen dürfen,
was gesagt werden darf.
Sie nennen es Diskurs,
aber meinen eigentlich:
„Sprich bitte nur aus,
was ich sowieso schon denke.“
Wenn du nur noch das hören willst, was du eh schon denkst –
brauchst du keine Welt, sondern ein Echo.
– Hendrik Birke
Klarheit macht ihnen Angst,
weil sie kein zweites Gesicht kennt.
Weil sie nicht lächelt,
aber dafür den Spiegel hinhält.
Und viele wollen heute keinen Spiegel.
Sie wollen ein Echo.
Eines, das ihnen zurückwirft:
„Du bist schon genau richtig so.
Ändere nichts. Denk nichts Neues.
Und wehe, du zweifelst.“
Es ist die Ära des Soft-Geschreis:
Empörung über jedes Wort,
das nicht wattiert wurde.
Aber kein Aufschrei,
wenn echte Ungerechtigkeit geschieht –
denn das würde ja bedeuten,
sich klar zu positionieren.
Und das ist unbequem.
Und unbequem ist…
„toxisch“,
„männlich“,
„problematisch“,
„nicht anschlussfähig“.
Ich sage dir was:
Ich bin lieber klar als konform.
Lieber unbequem als angepasst.
Lieber ehrlich als erträglich.
Denn wer Klarheit nicht aushält,
hat sich längst eingerichtet –
nicht in der Wahrheit,
sondern im Schönklang.