Vom Mut, nicht heil zu bleiben.

Es gibt Momente,
da zerreißt das Leben seine eigene Fassade.
Da splittert der Lack,
und das Licht fällt auf etwas,
das schon lange gebrochen war –
nur keiner wollte hinsehen.

Der Bruch ist kein Fehler.
Er ist ein Geständnis.
Ein Zeichen dafür, dass etwas nicht mehr
in die Form passt, in die man es gezwungen hat.

Man nennt es Krise, Zusammenbruch, Scheitern.
In Wahrheit ist es die Rückkehr zur Ehrlichkeit.
Denn erst wenn etwas bricht,
hört man endlich, wie es wirklich klingt.

Der Bruch ist kein Ende.
Er ist der Klang, wenn Wahrheit durch die Fassade stößt.
– Hendrik Birke

Menschen fürchten Brüche,
weil sie Kontrolle verlieren.
Doch wer unversehrt bleibt,
bleibt oft auch unverändert.
Und was nie Risse bekam,
hat nie Tiefe gespürt.

Der Bruch ist das Herz, das sich weigert,
weiter zu lügen.
Er ist der Moment,
in dem der Körper aufhört,
für fremde Erwartungen zu funktionieren.

Vielleicht braucht es den Riss,
damit das Wahre endlich Luft bekommt.
Damit etwas Neues wachsen kann,
nicht glatt, aber echt.

Denn Schönheit ohne Bruch
ist Dekoration.
Wahrheit ohne Schmerz
ist Theorie.

Und wer einmal gebrochen war
und trotzdem weitergeht,
trägt mehr Klarheit in sich
als all die,
die noch unversehrt träumen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert