Bhagwan geht baden. Oder: Wer dir deine Seele verkaufen will, meint meist seine eigene.

Warum man mit Rolls-Royce-Parkplätzen nicht erleuchtet
– aber immerhin steuerfrei bleibt.

Es begann harmlos.
Ein bisschen Meditation.
Ein bisschen Liebe.
Ein bisschen Orange.
Und dann kam:
Bhagwan.

Er nannte sich der Erleuchtete.
Andere nannten ihn bald:
der Rolls-Royce-Guru.
Weil wer sich wirklich vom Materiellen löst,
sollte mindestens 93 davon besitzen –
so die Logik erweiterter Erleuchtung.

Seine Anhänger tanzten.
Atmeten.
Rasselten.
Verzichteten.
Auf Besitz, Zweifel, Steueridentität.
Aber nie auf ihn.

Denn Bhagwan war nicht einfach ein Guru.
Er war ein Konzept.
Ein spirituelles Franchise mit Turban.

Und wie bei jedem guten Franchise
kam irgendwann der Rebrand:
Bhagwan wurde Osho.
Was mystischer klingt,
wenn man gerade 39 Staatsklagen
und eine mittlere Flugzeugflotte hinter sich hat.

Wer das Ego überwinden will, sollte nicht im Rückspiegel sitzen.

– hendrik birke

Und was macht man als vom Ego befreiter Meister,
wenn einem Amerika zu eng wird?

Man geht zurück.
Verändert den Namen.
Behauptet, man sei „nur der Kanal“ –
und steigt dann auf die Yacht.
Verschmolzen mit dem Ozean.
Wörtlich.

Es gibt viele Wege zur Erleuchtung.
Bhagwan ging einen mit Automatikgetriebe,
Vollausstattung und Lederinterieur.

Und das Tragische?

Er hat etwas Echtes berührt.
Menschen wollten heilen.
Lieben.
Ganz sein.
Nur:
Nicht jeder, der dir den Weg zeigt,
will dich dort ankommen sehen.

Manche wollen nur,
dass du das Ticket löst –
und ihnen dann auf dem Weg
deinen Verstand überreichst.
Mit Schleife.

Heute nennt man das „spirituelle Führung“.
Früher nannte man es einfach:
Sektenchef mit Fuhrpark.

PS: Bhagwan lebt nicht mehr.
Aber seine Methode lebt.
Heute heißt sie anders.
Sie trägt Blazer, lächelt auf Social Media & Co.
und verkauft dir die Seele als Workshop.
Nur ohne Glatze. Ohne Bart. Ohne Glöckchen.
Aber immer in Raten.

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