Du sagtest, du willst Gefühl. Ich zeigte dir meins – und du nanntest es zu viel.

Du sagtest, du willst einen Mann,
der fühlt.
Der nicht weglächelt.
Der nicht verdrängt.
Einen, der sagt, was in ihm lebt.

Ich nahm dich beim Wort.
Ich legte es offen.
Nicht als Drama –
als Wahrheit.
Als Nähe.

Ich zeigte dir,
was in mir brennt,
was mich bewegt,
was mich manchmal zweifeln lässt,
weil mir Dinge wichtig sind.

Weil ich dich meinte.
Echt.
Unverstellt.
Unironisch.

Manche wollen Gefühl –
aber bitte nur in der Version,
die nichts verändert.

– hendrik birke

Aber plötzlich wurde es still.
Nicht die Stille, die verbindet –
sondern die,
die zurückweicht.

Und irgendwann sagtest du:
„Du bist kompliziert.“
„Zu viel.“
„Zu tief.“
„Zu ernst.“

Aber ich habe dich nur ernst genommen.
Ich habe nicht gespielt.
Ich habe nicht taktiert.
Ich war da.
Mit allem.

Vielleicht wolltest du Gefühl –
aber bitte handlich.
Lieferbar.
Dosierbar.
Schön, wenn es passt.
Wegzuschieben, wenn es wirkt.

Ich habe mich nicht verstellt.
Ich habe mich gezeigt.
Nicht um dich zu beeindrucken.
Sondern um dir zu begegnen.

Und genau das
war wohl zu viel.

Ich bin nicht kompliziert.
Ich bin einfach nur nicht bereit,
halb zu lieben
und dabei ganz zu schweigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert