Töte dein Gewissen.

Ein Abgesang auf die letzte Instanz des Menschlichen.

Sie haben’s geschafft.
Die Welt ist jetzt ein Laufsteg mit Dauerpose.
Jeder darf mitmachen,
solange er lächelt, tanzt und im richtigen Moment kotzt.

Dein Gewissen?
Altmodisch.
Dein Zweifel?
Schwäche.
Dein Zögern?
Ein Zeichen dafür, dass du nicht „ready and rehearsed“ bist.

Du sollst nicht denken – du sollst senden.
Nicht fühlen – sondern filtern.
Nicht wachsen – nur glänzen.

Und wenn du doch mal innehältst?
Wenn du spürst, dass da etwas nicht stimmt?
Dann kommt die Betriebsanleitung dieser Zeit:
„Kill your conscience.“

Leg es still.
Vergrab es unter Meinungs-Hashtags,
unter Gruppen-Zorn,
unter den Applaus derer,
die genauso leer sind wie du.

Die Welt da draußen will deinen Puls –
aber nur, wenn er flach schlägt.
Du aber bist kein Algorithmus.
Du bist ein Herzschlag mit Haltung.
– Hendrik Birke

Du willst dazugehören?
Dann schmeiß mit Steinen –
aber nur auf Befehl.
Glaub an alles –
solange du es nicht hinterfragst.
Sei extrem –
aber bitte angepasst.

Sie sagen:
„Es ist zu spät, du bist schon drin.“
Und sie haben recht.
Die Matrix ist kein Code mehr,
sie ist ein Gefühl.
Ein dumpfer Druck auf der Brust –
den du mit dem nächsten Upload betäubst.

Doch irgendwann –
wenn die Bühne dunkel wird
und der Applaus versiegt –
hörst du es vielleicht wieder.
Dein Gewissen.
Leise.
Stark.
Ehrlich.

Und dann?
Dann wirst du wissen,
dass du noch lebst.

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