Ich habe da eine Meinung, aber ich will niemanden verletzen.
„Ich hätte da einen Gedanken… aber ich möchte natürlich niemandem zu nahe treten.“
„Darf ich das überhaupt so sagen?“
„Ich finde das Thema schwierig – aber jeder soll ja selbst entscheiden…“
So klingen sie.
Die Stimmen der neuen Unverbindlichkeit.
Weichgespült. Verpackt in Watte.
Sorgsam formuliert, damit bloß niemand „getriggert“ wird.
Diese neue Diplomatie ist keine Kunst der Klugheit – sondern eine Kunst der Ausflucht.
Denn sie sagt nichts. Meint nichts. Steht für nichts.
Sie will alles richtig machen – aber ist dabei völlig unbrauchbar für echte Gespräche.
Es ist wie ein Tee aus zehn Teesorten – lauwarm, nichtssagend, harmlos.
Und genau so wirken auch viele dieser „wohlwollenden“ Stimmen in Social Media oder Meetings: freundlich, flach, feige.
Eine Meinung, die niemanden stört, ist keine Meinung.
Es ist Deko.
– Hendrik Birke
Ja, es ist gut, achtsam zu sein.
Aber Achtsamkeit ist nicht das Gegenteil von Klarheit.
Man kann die Wahrheit sagen – ohne zu verletzen.
Aber wer nie etwas ausspricht, weil es anecken könnte,
lässt am Ende alles offen – und niemanden wachsen.
Und Pseudodiplomatie ist keine Stärke.
Es ist nur ein eleganter Name für Angst vor Konflikt.
Für eine Generation, die lieber liked, statt zu widersprechen.
Die lieber fühlt, statt zu verstehen.
Und die lieber nichts sagt, als sich zu zeigen.
Ich sage: Sag, was Du denkst.
Nicht laut. Nicht hart.
Aber klar.
Denn wer ewig rücksichtsvoll bleibt,
wird irgendwann überflüssig.
bevor jemand bereit ist, sie zu sehen.