Die Guten – und warum sie uns Angst machen sollten.
Es sind oft nicht die Lauten,
die uns am tiefsten verletzen.
Sondern die Sanften.
Die, die sagen: „Ich will nur helfen.“
Die, die lächeln,
während sie den Raum übernehmen.
Sie sagen, sie seien die Guten.
Sie kämpfen für das Richtige.
Für Licht, für Liebe, für Wandel.
Und manchmal stimmt das sogar.
Am Anfang.
Für einen Moment.
Doch dann passiert etwas.
Sie hören auf, sich zu fragen.
Sie hören auf, zu zweifeln.
Sie hören auf, Widerspruch zu ertragen.
Denn wer sich selbst für das Gute hält,
verträgt keine Schatten.
Und wo kein Schatten sein darf,
beginnt das Verdrängen.
Nicht der Zweifel macht uns gefährlich.
– hendrik birke
Sondern die Überzeugung, auf der richtigen Seite zu stehen.
Sie bauen Systeme.
Gemeinschaften.
Bewegungen.
Und sie glauben:
„Wenn es weh tut, dann nur, weil du noch nicht so weit bist.“
„Wenn du Kritik hast, dann bist du noch nicht erwacht.“
„Wenn du gehst, dann hast du uns nicht verstanden.“
Sie tarnen Kontrolle als Führung.
Grenzüberschreitung als Hingabe.
Ego als Energie.
Und wenn du fällst,
fragen sie dich:
„Was war dein Anteil daran?“
Die Guten sind gefährlich,
weil sie ihre Macht nicht als solche sehen.
Sie glauben an ihre Mission.
An ihre Reinheit.
An ihre Rolle.
Und wenn du sie infrage stellst,
bist du das Problem.
Nicht sie.
Nie sie.
Ich habe mehr Angst vor Menschen,
die sich für die Lösung halten,
als vor denen,
die ihre Abgründe kennen.
Denn wer sich selbst heiligt,
muss irgendwann
alles andere entwerten.
Ich will kein „Gut“.
Ich will ein Wahr.
Ich will Zweifel,
ich will Fragen,
ich will Menschen,
die sagen:
„Ich versuche es – aber ich weiß es nicht.“
Denn das ist das Einzige,
was nicht gefährlich wird,
wenn es wächst.
PS: Wer glaubt, auf der hellen Seite zu stehen,
fragt nie, wer den Schalter gebaut hat.