Nach dem Sturm.
Es gibt Augenblicke,
da fällt die Welt von einem ab –
leise, wie Staub nach einem Gewitter.
Nichts tobt mehr,
nichts klagt,
nur das eigene Herz, das sich wund tastet
durch die Stille.
Hier endet das Drama,
nicht im Frieden, sondern im Verstehen.
Im Wissen,
dass man nichts mehr zu verlieren hat,
weil man längst aufgehört hat, sich zu verstellen.
Was bleibt, ist ein anderer Atem.
Ruhiger. Wahrer.
Die Haut trägt noch Spuren,
aber sie erzählt keine Lügen mehr.
Manchmal ist das Schweigen nach dem Sturm lauter
als jedes Donnern zuvor.
– Hendrik Birke
In dieser Nüchternheit liegt eine seltsame Schönheit.
Sie hat keine Bühne,
aber Tiefe.
Sie hat keinen Applaus,
aber Gewicht.
Man beginnt, Dinge nicht mehr zu wollen,
sondern zu sehen.
Nicht mehr zu kämpfen,
sondern zu begreifen.
Das ist kein Aufgeben –
es ist ein Erwachen.
Das leise, würdige Aufstehen eines Menschen,
der weiß,
dass seine Wahrheit nicht laut sein muss,
um echt zu sein.
Und irgendwo,
hinter all dem Stillsein,
spürt man etwas, das bleibt:
nicht Sieg, nicht Glorie –
nur Gegenwart.
Rein. Wahr.
Unverhandelbar.