Sie helfen den Falschen – und lassen die Richtigen erfrieren.
Sie sagen, sie wollen Liebe.
Ehrlich. Tief. Echt.
Aber wenn du dann kommst – mit klarem Blick, mit Herz, mit Haltung –
sehen sie durch dich hindurch,
wie durch ein altes Schaufenster.
Denn du schreist nicht.
Du blendest nicht.
Du bist nicht aufregend im Sinne des Algorithmus’.
Du bist da.
Und genau das reicht nie.
Stattdessen rennen sie denen hinterher,
die alles versprechen – und nichts halten.
Den Falschen.
Den Blendgranaten.
Den Retuschierten mit Haltungsschäden.
Den emotional Unverfügbaren, die gerade deshalb so faszinierend wirken.
Und du?
Du bist der,
der sich dann ihre Tränen anhört.
Der ihre zerschlagenen Illusionen aufwischt.
Der noch sagt:
„Du hast es nicht verdient, so behandelt zu werden.“
Aber insgeheim weißt du:
Doch.
Hast du.
Weil du es zugelassen hast.
Weil du den Falschen geholfen hast –
immer und immer wieder.
Während du den Richtigen erfrieren lässt.
Den, der seine Worte nicht wie Angelhaken benutzt.
Den, der bleibt,
wenn das Make-up weint und das Leben laut wird.
Den, der keine Bühne braucht,
sondern ein echtes Gegenüber.
Aber davon erzählt niemand Lieder.
Davon gibt es keine Netflix-Serien.
Echte Liebe ist langweilig in einer Welt,
die sich nach Aufruhr sehnt.
Man erkennt die Richtigen oft erst,
– hendrik birke
wenn sie längst aufgehört haben zu warten.
Und irgendwann
stehen sie vor dir –
diese Helferinnen der Falschen –
verwirrt, gebrochen,
mit müden Augen,
die zum ersten Mal sehen.
Und dann?
Dann fragen sie dich,
ob du noch da bist.
Und du bist da.
Aber du bist nicht mehr dieselbe Antwort.
Denn irgendwann stirbt selbst das wärmste Feuer,
wenn niemand ihm glaubt.