Theorie glänzt. Praxis blutet.
Ein Text über all jene, die klüger scheinen wollen, statt mit anzupacken.
Sie schreiben Bücher, die niemand versteht.
Halten Vorträge mit Worthülsen in Elfenbeinsauce.
Sie sitzen auf Podien, nicken bedeutungsvoll,
und reden über Probleme,
die sie noch nie mit eigenen Händen berührt haben.
Sie wissen alles besser –
aber nur auf dem Papier.
Im echten Leben würden sie scheitern,
sobald der Drucker klemmt
oder jemand echte Verantwortung erwartet.
Sie halten uns für „emotional“.
Für „wenig differenziert“.
Für „zu direkt“.
Weil wir nicht reden,
sondern handeln.
Weil wir sagen, was ist –
und nicht, was sein könnte,
wenn man nur genug Seminarwörter drauflegt.
Wenn du mir erklären willst, wie ich leben soll –
dann zeig mir erst mal, dass du gelebt hast.
– Hendrik Birke
Sie erklären der Welt, wie sie funktioniert,
ohne je in ihr gestanden zu haben.
Sie bauen Luftschlösser auf Kosten anderer
und nennen das „Diskurs“.
Aber wenn du sie brauchst,
um einen Stuhl zu tragen,
sagen sie:
„Ich moderiere lieber das Gespräch über Statik.“
Ich hab genug von Leuten,
die in Talkshows glänzen,
aber im echten Leben nicht mal das Wort „Danke“ fehlerfrei einsetzen können.
Genug von denen,
die alles besser wissen,
aber nichts besser machen.
Denn Theorie glänzt.
Aber Praxis?
Die blutet.
Und ich vertraue lieber blutenden Händen
als glatten Stimmen.