Die Achtung vor der Nähe.

Ich sehe, wie sie reden.
Wie sie flirten,
wie sie greifen,
wie sie glauben, dass Zuneigung etwas ist,
das man sich nehmen darf,
wenn man nur charmant genug lügt.

Sie nennen es Interesse.
Ich nenne es Hunger.
Nicht nach Seele,
sondern nach Bestätigung.

Ich kenne diese Sorte Mann.
Ich war unter ihnen.
Ich habe ihre Blicke gesehen –
nicht neugierig, sondern gierig.
Sie reden von Schönheit,
meinen Besitz.
Sie reden von Liebe,
meinen Ablenkung.

Liebe ist kein Spiel um Nähe –
sie ist der Mut, die Seele eines anderen zu achten.
– Hendrik Birke

Und ja –
ich spüre Zorn,
wenn sie einer Frau zu nahe kommen,
nicht aus Schwäche,
sondern aus Achtung.
Weil ich weiß,
dass Berührung kein Sport ist.
Dass ein Körper keine Bühne ist.
Dass Nähe Verantwortung trägt.

Ich bin nicht eifersüchtig.
Ich bin empfindlich,
wo andere längst taub geworden sind.

Ich reagiere,
weil ich sehe, was verloren geht:
Respekt.
Langsamkeit.
Tiefe.

Ich glaube an Liebe,
die nicht greift,
sondern hält.
An Hände,
die nichts fordern.
An Worte,
die nicht schmeicheln,
sondern meinen.

Ich will nicht der Letzte sein,
der noch daran glaubt,
dass Würde ein Teil von Zärtlichkeit ist.

Falls mich das rauh macht,
oder alt,
oder unzeitgemäß –
dann soll es so sein.

Ich war nie hier,
um mitzuspielen.
Ich war hier,
um zu fühlen.

Wer das noch kann,
steht längst auf der Seite der Seltenen.

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