Ich denke, also fühle ich?

Mich stört die Oberflächlichkeit des Wissens.
Diese Welt weiß alles – und versteht nichts.
Sie verwechselt Information mit Erkenntnis,
Reaktion mit Gefühl,
und Meinung mit Wahrheit.

Mich stört, dass man heute lieber performt als begreift.
Dass Stille verdächtig ist.
Dass Denken, das keine Schlagzeile sucht, kaum noch Gehör findet.
Dass Menschen ihre Überzeugungen wie Mode tragen –
saisonal, wechselbar, bequem.

Mich stört die Erschöpfung des Echten.
Wie schnell man heute „Authentizität“ ruft,
und wie selten sie wirklich gelebt wird.
Man zeigt Wunden, um Applaus zu bekommen,
aber keine Demut, um zu heilen.

Wissen füllt den Kopf
– doch nur Denken mit Herz füllt die Welt mit Sinn.
– Hendrik Birke

Mich stört, dass Wahrheit zum Luxusgut geworden ist.
Zu riskant für Karrieren, zu unbequem für Klickzahlen,
zu leise für Algorithmen.
Und dass Mut nur noch dort erlaubt ist,
wo er niemandem weh tut.

Ich bin ein Denker,
und sehne mich nach Menschen,
die nicht berechnet sind.
Nach Stimmen, die nicht programmiert sprechen,
nach Augen, die noch leuchten,
weil sie sehen – nicht, weil sie gesehen werden.

Wenn ich etwas sagen dürfte,
dann dies:
Denken ist keine Gefahr.
Gefühllosigkeit ist es.
Herzdenker sind jene,
die beides wagen –
das Fühlen und das Verstehen.

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