Ich schicke keine Arbeitsproben. Ich schicke ein Ich.

Ich habe viele Jahre gearbeitet, getextet, gestaltet. Ich habe Marken aufgebaut, Menschen berührt, Welten erschaffen.

Und doch fragt man mich – immer wieder:

„Hast du auch ein paar Arbeitsproben?“

Als wäre das die Eintrittskarte für Vertrauen.
Als wäre der Mensch, der sich bewirbt, nur so viel wert wie die PDFs in seinem Anhang.

Ich schicke keine Arbeitsproben mehr.
Nicht, weil ich nichts habe. Sondern weil ich etwas habe, das wichtiger ist:
Eine Haltung. Ein Rückgrat. Eine Stimme.

Ich bin kein Arbeitsnachweis.
Ich bin ein Mensch.
– Hendrik Birke

Was wirklich dahintersteckt?

Vier Wahrheiten, über die kaum jemand spricht:

Verlust an Vertrauen
Firmen trauen Bewerbern nicht mehr. Warum? Weil sie sich selbst nicht mehr trauen.

Checklisten-Mentalität
Wer entscheidet, will sich absichern. Deshalb braucht es Proben, egal wie unpassend – Hauptsache, man kann später sagen: „Wir haben alles überprüft.“

FOMO und Unverbindlichkeit
Die „flotte Generation“ will offen bleiben. Für Optionen. Für irgendwas Besseres.
Bloß nicht zu schnell „Ja“ sagen – lieber lavieren.

Feigheit statt Führung
Du kommst als Kapitän. Mit Haltung, Erfahrung, Richtung.
Aber sie suchen jemanden, der rudert.
Und den man jederzeit über Bord werfen kann, wenn der Wind sich dreht.

Ich teile keine Texte, die für andere Unternehmen entstanden sind.
Sie wurden bezahlt, sie gehören nicht mir.
Sie sind keine Zirkuspferde, die man vorführt, um zu gefallen.

Stell Dir vor, ich würde Dir sagen:

„Bevor ich Dich einstelle, zeig mir doch mal, wie Du bei Deinem letzten Arbeitgeber warst.“

Würdest Du das wollen? Würdest Du Dich dabei wohlfühlen?

Wir leben in einer Zeit, in der alles messbar sein soll – sogar Charakter.
Aber Charakter zeigt sich nicht in Proben.
Sondern im Moment, in dem man sich entscheidet, ganz da zu sein.

Ich bin kein Dienstleister für Buzzwords.
Ich bin ein Texter, der fühlt, was Sprache bedeutet.
Ich schreibe nicht, um zu gefallen. Ich schreibe, um zu bewegen.

Und ja – ich weiß, das klingt unpraktisch. Vielleicht sogar unbequem.
Aber es ist ehrlich.

Ich bin nicht hier, um mich zu bewerben.
Ich bin hier, um mitzugehen, mitzutragen, mitzugestalten.
Mit allem, was ich bin.

Denn ich bin kein Arbeitsnachweis.
Ich bin ein Mensch.

Und manchmal frage ich mich:

Suchen Unternehmen eigentlich noch Menschen
– oder nur noch Roboter?
Roboter, die nicht widersprechen.
Die funktionieren, performen, liefern.
Die nie müde sind, nie zweifeln, nie Grenzen ziehen.

Ich aber bin keiner von denen.

Ich bin jemand, der denkt, fühlt, spürt.
Jemand, der hinsieht, bevor er schreibt. Der mitschwingt, statt nur zu senden.

Ich glaube, es sind nicht die perfekten Lebensläufe, die Unternehmen voranbringen –
sondern die unperfekten Menschen, die sich trauen, echt zu sein.

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