Und trotzdem träume ich.

Ja, die Welt ist laut geworden.
Belehrend. Empfindlich.
Man darf nicht mehr denken, ohne sich vorher zu entschuldigen.
Man darf nicht mehr fühlen, ohne zu fragen, ob es jemand stört.

Und doch –
ich träume.

Ich träume von einer Welt,
in der Ideen wieder fliegen dürfen.
Nicht abgesichert, nicht durchformuliert,
sondern roh, lebendig, gefährlich schön.

Ich träume von Menschen,
die nicht ihre Haltung posten –
sondern sie leben.

Von Kindern, die wieder draußen spielen,
statt im Schulunterricht lernen,
wie man richtig gendert, aber nicht mehr weiß,
wie ein Ahornblatt aussieht.

Von Erwachsenen,
die lieber ein Gedicht schreiben
als ein Regelwerk gegen Worte.

Lasst sie ihre Moral polieren –
ich werde derweil die Sterne aufziehen.
– Hendrik Birke

Ich träume mit offenen Augen.
Mit klarem Herzen.
Und mit einer Zunge, die sich nicht verknotet,
nur damit sich niemand ausgeschlossen fühlt.

Denn die Wahrheit ist:
Nicht jeder wird sich abgeholt fühlen –
und das ist auch gut so.

Wer sich durch ein schönes Wort verletzt fühlt,
hat vielleicht vergessen,
wie viel Kraft ein wirklich ehrliches Wort schenken kann.

Ich will Hoffnung verbreiten,
aber keine Lügen.
Ich will Licht schenken,
aber keine Scheinwerfer auf Narzissmus.

Ich will Menschen erinnern,
dass wir hier sind, um etwas Echtes zu schaffen –
nicht, um perfekte Lebensläufe zu simulieren
für eine Welt,
die sich selbst längst vergessen hat.

Also ja:
Ich träume.
Immer noch.
Trotz allem.
Gerade deshalb.

Denn wer heute trotzdem träumt,
wer lächelt ohne Zustimmung,
wer lebt, ohne sich zu entschuldigen –
der verändert die Welt wirklich.

Und er tut es nicht mit einem Stempel.
Sondern mit Herz.

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