Ein Ertrinkender in Einsamkeit.

Manchmal bin ich mir selbst ein Ozean,
tief und kalt,
und ich spüre, wie meine Gedanken wie Steine sinken,
immer weiter hinab in diesen Grund,
den nie jemand betritt.

Ich sitze da,
irgendwo zwischen Felsen aus Erinnerung,
die so scharf sind, dass sie mein Herz aufreißen,
wenn ich mich an ihnen anlehne,
nur um nicht wegzudriften.

Es gibt keinen Schrei hier unten,
nur dieses Blubbern,
dieses stumme Platzen von Luftblasen,
die Worte tragen,
die nie jemand hört.

Kein Boot wirft ein Seil.
Kein Taucher taucht mir hinterher.
Die Welt da oben tanzt auf Wellen,
während ich hier unten
mit offenen Augen ertrinke –
im eigenen Inneren,
in einer Einsamkeit,
die so groß ist,
dass selbst mein Echo verloren geht.

Wenn Du mich brauchst, dann bin ich hier.
– Hendrik Birke

Vielleicht bin ich für sie längst verschwunden,
doch ich spüre noch jede Umarmung,
die nie kam.
Jeden Blick,
der nicht gesucht hat.
Jede Hand,
die nicht griff,
als mein Mund noch Luft atmete.

Jetzt atme ich Wasser.
Jetzt rede ich mit Fischen,
die meine Traurigkeit nicht deuten können.
Und manchmal glaube ich,
dass das Meer mich versteht –
besser als jeder Mensch,
den ich je rief.

Ich bin ein Ertrinkender in Einsamkeit.
Doch solange ich atme,
schreibt mein Herz noch Wellen
an die innere Wand dieses Ozeans.
Vielleicht findet sie irgendwann jemand,
der auch sinkt
und weiß:
Ich war hier.
Ich habe geliebt.
Ich bin noch immer da.

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