Die Zeit ist aus der Poesie gefallen.
Früher sprachen Menschen mit der Seele.
Nicht in Emojis.
Nicht in Buzzwords.
Sondern in Sätzen,
die atmeten.
Ein „Ich vermisse dich“
war kein taktisches Signal –
es war ein Zustand.
Ein „Ich denke an dich“
war keine Phrase –
es war ein sanfter Ort,
an dem zwei Gedanken sich berührten.
Heute wirkt Poesie wie ein Fremdkörper.
Zu langsam.
Zu weich.
Zu still.
Denn wer heute fragt: „Was fühlst du?“
wirkt anstrengend.
Wer sagt: „Ich sehe dich“,
muss sich erklären.
Und wer schreibt:
„Du bedeutest mir etwas“,
klingt verdächtig tief.
Poesie ist nicht verloren –
– hendrik birke
sie wartet nur darauf,
dass wieder jemand zuhört.
Die Zeit will Reiz.
Aber Poesie will Nähe.
Die Zeit will Schlagworte.
Aber Poesie will Stille mit Bedeutung.
Vielleicht lesen das hier nur wenige.
Vielleicht keiner.
Aber ich schreibe es trotzdem –
weil es gesagt werden muss.
Weil es Menschen gibt,
die noch fühlen,
aber nicht mehr wissen,
ob das erlaubt ist.
Weil es Herzen gibt,
die noch warten –
nicht auf Aufmerksamkeit,
sondern auf Wahrhaftigkeit.
Wenn du zu denen gehörst,
die immer noch Poesie spüren,
aber selten Worte finden:
Ich bin hier.
Und ich schreibe für dich.
Still.
Aufrecht.
Ehrlich.