Wir töten Charakter mit Ironie.

Früher war Ironie ein Stilmittel.
Heute ist sie ein Schutzschild.
Gegen Verletzlichkeit.
Gegen Tiefe.
Gegen alles,
was ernst gemeint ist.

Man macht Witze über Träume.
Über Ideale.
Über Haltung.
Und wer noch etwas spürt,
wird belächelt wie ein Schulkind,
das den Ernst des Lebens nicht verstanden hat.

Aber das hier ist nicht lustig.

Ironie ist zur Uniform geworden.
Jeder trägt sie.
Wie eine Rüstung.
Weil es leichter ist, zu spotten –
als zu stehen.

Man nimmt nichts mehr persönlich,
weil man nichts mehr persönlich meint.

Wenn du noch fühlst – bleib.
Und steh.
Auch wenn sie lachen.
Das Lachen vergeht.
Dein Charakter bleibt.
– Hendrik Birke

Man schiebt es weg.
„Zu pathetisch.“
„Zu viel.“
„Zu empfindlich.“

Und genau deshalb
sind die letzten Aufrichtigen
so müde.

Weil sie nicht mehr sprechen können,
ohne ein „War doch nur Spaß!“
entgegengebrüllt zu bekommen.

Weil sie keine Haltung zeigen dürfen,
ohne sofort für „schwierig“ erklärt zu werden.

Weil ihre Tiefe
ein Störfaktor ist
in einer Welt,
die sich hinter ironischem Gelächter
vor sich selbst versteckt.

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