Ich verbeuge mich nicht vor der Lüge.

Ich bin kein Lauter.
Kein Ankläger. Kein Freund der Schuldzuweisung.
Ich bin jemand, der denkt. Der fühlt.
Der schaut – und nicht wegsieht.
Auch wenn es unbequem ist.

Ich sehe, wie Wahrheit heute lästig geworden ist.
Wie Meinung zur Pflicht wird.
Wie Angst zum Erzieher wird.
Wie Zustimmung erzwungen –
und Schweigen belohnt wird.

Ich habe mich lange zurückgezogen.
Habe mich leiser gemacht,
um niemanden zu stören.
Habe mich angepasst,
aus Liebe, aus Rücksicht, aus Höflichkeit.

Ich verbeuge mich nicht vor der Lüge.
Ich stehe mit Namen.
Und mit Herz.
– Hendrik Birke

Aber jetzt weiß ich:
Ich darf da sein.
Ich darf denken.
Ich darf sprechen.

Ich muss niemandem gefallen.
Ich muss nicht mitlaufen.
Ich darf Fragen stellen,
auch wenn sie nicht bequem sind.
Ich darf stehen,
auch wenn andere knien.

Ich bin kein Gegner.
Ich bin kein Held.
Ich bin einfach jemand,
der sich nicht verbeugt vor dem,
was falsch ist.

Nicht, weil ich kämpfen will.
Sondern, weil ich bleiben will.
In Würde. In Klarheit. In Liebe.

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