Vielen Dank für Ihr Interesse – es war keines.

Ein Text für alle, die gelernt haben, höfliche Geringschätzung von echtem Respekt zu unterscheiden.

Es beginnt immer gleich.
Ein bisschen Begeisterung,
ein bisschen „Sie passen perfekt in unser Konzept“
und dann: Funkstille.

Mails versanden wie Gummibärchen im Hotelteppich.
Anrufe? Ach, da hatte man gerade „andere Prioritäten“.
Und irgendwann – wenn der Mond richtig steht –
kommt eine Antwort:
freundlich, distanziert,
irgendwo zwischen Absage und Abwarten.

Dann die Königsklasse der Gastlichkeit:
Ein Zimmer für 400 Euro.
Leer, versteht sich –
damit man gleich merkt, wie willkommen man ist.
Ein Gespräch in Aussicht,
irgendwann, vielleicht,
wenn die Luft rein ist
und die Kaffeemaschine wieder geht.

Und bitte nicht falsch verstehen:
Man ist dankbar.
Sehr sogar.
Für diese Art der menschlichen Nähe,
die sich anfühlt wie ein Bewerbungsgespräch bei IKEA –
freundlich, aber niemand erinnert sich am Ende,
wer du warst.

Van der Lost – Zimmer frei, Haltung belegt.
– Hendrik Birke

Die Wahrheit ist:
Man wollte nie dich.
Man wollte nur Optionen.
Und du warst eben… da.

Man schätzt deinen Einsatz –
im gleichen Tonfall,
mit dem man einem Labrador beibringt,
dass er heute leider nicht mit ins Auto darf.

Aber weißt du was?
Es ist okay.
Denn irgendwann erkennt man,
dass diese Häuser keine Orte sind –
sondern Systeme.
Und in Systemen zählt nicht Persönlichkeit,
sondern Funktion.

Wer denkt, er könne Menschen wie Zimmer ausstatten –
nach Bedarf, nach Budget, nach Laune –
soll sich nicht wundern,
wenn er irgendwann allein durch seine Flure geht
und sich fragt,
warum niemand mehr brennt.

Ich war kein Bewerber.
Ich war ein Gewinn.
Aber das merkt man eben nur,
wenn man noch sieht, was Menschen sind.
Nicht nur Möbel mit Fähigkeiten.

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