Du gibst mir deine Schuld, weil du dich selbst nicht sehen willst.

Ich habe deine Sätze getragen,
so, wie man einen Korb voller Missverständnisse trägt –
vorsichtig,
damit nichts zerbricht.
Aber irgendwann
war da mehr Last als Liebe.

Du hast gesagt,
ich sei zu empfindlich.
Zu stolz.
Zu schwierig.
Zu wenig bereit,
mich zu ändern.

Aber was du meintest war:
Ich halte dir Dinge vor,
die ich in mir selbst nicht aushalte.

Du gibst mir deine Schuld,
weil du dich selbst nicht anschauen willst.
Weil es einfacher ist,
einen anderen zu beugen,
als sich selbst zu hinterfragen.

Du formulierst deine Schwächen
als Kritik an meinem Wesen.
Du drehst deinen Rückzug
zu meiner Forderung um.
Du sprichst von meiner Schwere,
aber verwechselst sie mit deiner Feigheit.

Manche Menschen werfen mit Schuld,
weil sie den Mut zur Wahrheit nie gelernt haben.

– hendrik birke

Ich habe es lange geschluckt.
Still.
Verstehend.
Versöhnlich.
Aber irgendwann wird Verständnis zur Selbstverleugnung.

Ich bin nicht dein Spiegel,
den du zerbrichst,
damit du dich nicht erkennen musst.

Ich bin ein Mensch.
Mit Rückgrat.
Mit Schmerz.
Mit Würde.

Und ich trage keine Schuld mehr,
die nicht mir gehört.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert