Ich pflege – ihr zerstört. Was ist aus euch geworden?
Ich pflege.
Was mir gehört.
Was mir anvertraut wird.
Was jemand anderen Zeit, Kraft oder Geld gekostet hat.
Weil ich es so gelernt habe.
Weil es für mich normal ist.
Weil es Anstand bedeutet.
Aber scheinbar ist das heute verdächtig.
Denn draußen,
jeden Tag,
treffe ich auf Menschen,
die achtlos sind.
Zerstörerisch.
Laut im Ton,
aber leer im Inneren.
Ihr raucht,
ihr spuckt,
ihr rempelt,
ihr zerstört.
Nicht aus Not.
Nicht aus Wut.
Sondern aus Gewohnheit.
Da wird auf Autospiegel gespuckt,
auf Spielplätzen gepöbelt,
auf Wiesen gegrillt und liegen gelassen,
als gehöre euch alles –
und als gehöre niemandem etwas.
Respekt ist kein Accessoire –
er ist die Grundlage von allem,
was zusammenhalten soll.
– Hendrik Birke
Ihr verachtet das,
was gepflegt aussieht.
Ihr beschimpft,
was euch an Sorgfalt erinnert.
Ihr zerstört nicht aus Versehen,
sondern aus Unfähigkeit zur Achtung.
Und wenn euch jemand anspricht,
seid ihr beleidigt.
Empört.
Gekränkt.
Weil eure Rücksichtslosigkeit
bitte ungestört bleiben soll.
Ich habe nichts gegen Fehler.
Ich mache selbst welche.
Aber ich habe etwas gegen diese Haltung:
„Was mich nicht interessiert, darf ich kaputt machen.“
„Was ich nicht schaffe, darf niemand genießen.“
Was ist das?
Was seid ihr geworden?
Ich pflege,
weil es das Mindeste ist.
Weil ich nicht der Nächste sein will,
der aus Bequemlichkeit alles den Bach runtergehen lässt.
Und ich frage mich:
Was ist in euch zerbrochen,
dass ihr alles andere mit kaputt reißen müsst?