Ohne Rüstung – nur wir zwei.

Es gibt Tage, da denke ich:
Vielleicht will sich heute niemand mehr wirklich begegnen.
Vielleicht haben wir uns eingeredet, dass jeder ein potenzielles Risiko ist.
Ein Symbol. Ein Feindbild. Eine Schublade.

Der Mann – toxisch.
Die Frau – heilig.
Und dazwischen: Misstrauen.
Zwischen Nähe und Angriff kaum noch Platz.

Dabei wollte ich nur da sein.
Kein Held. Kein Retter. Kein Täter.
Einfach da.

Mit Anstand. Mit Charme. Mit einer Geste,
die mehr sagt als jedes Statement:
„Ich sehe dich. Und ich meine das ehrlich.“

Doch aus einem Lächeln wird ein Protokoll.
Aus einem Kompliment ein Verdacht.
Aus einem Mann – ein Verdächtiger.

Charme ist kein Verbrechen.
Nur ein vergessenes Zeichen von Anstand.
– Hendrik Birke

Ich trage keine Schuld,
die mir die Zeit auferlegt hat.
Ich trage Verantwortung –
aber nicht jede Last.
Und schon gar nicht die,
für die ich nie handeln durfte.

Ich frage mich, wann wir verlernt haben,
einander einfach zu vertrauen.
Wann Nähe zu einem Risiko wurde.
Wann das echte Gespräch
dem sofortigen Urteil wich.

Ich will nicht gewinnen.
Ich will nicht erobern.
Ich will nicht gefallen.
Ich will berühren –
nicht deinen Körper,
sondern deinen Blick.
Dein Denken. Dein echtes Wesen.

Wenn du mich sehen könntest –
nicht als Mann in einer Welt voller Warnschilder,
sondern als Mensch, der geblieben ist,
obwohl man ihn immer wieder gehen ließ –

dann wären wir vielleicht zwei,
die das Unmögliche wieder möglich machen:
Vertrauen.


Nicht alle Männer sind gefährlich.
Nicht alle Frauen sind verloren.
Aber wir haben verlernt, wie man sich offen und ehrlich begegnet.

Ich wünsche mir,
dass wir wieder dorthin finden:
Dahin, wo eine Geste genügt.
Wo Charme kein Verhör auslöst.
Wo Nähe nicht vor Gericht steht.

Einfach zwei Menschen.
Ohne Rüstung.
Ohne Rollen.
Nur mit Herz.

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