Selbstoptimierung als Religion.

Sie fasten.
Sie meditieren.
Sie atmen im Rhythmus ihrer Apple Watch.
Sie trinken Wasser mit Himalaya-Salz.
Und zählen jeden Schritt, jede Kalorie, jeden Fortschritt.

Sie reden von Dopamin-Detox.
Von Cold Plunge.
Von Mikrodosierung.
Und posten es mit #discipline auf LinkedIn.

Aber frag sie mal, ob sie einem kranken Freund einen Tee gemacht haben.
Oder einfach nur zugehört – ohne Timer, ohne Zweck, ohne Biofeedback.

Dann wird’s still.
Denn in ihrer Welt gibt es keine Zeit für Wärme.
Keine Routine für Rücksicht.
Keinen Shortcut für Mitgefühl.

Selbstoptimierung ist die neue Religion.
Mit Protein als Hostie.
Und dem Sixpack als Heiliger Gral.

Ihr Gott ist „Effizienz“.
Ihr Gebet: „Ich kann noch besser werden.“

Aber sie vergessen: Wer ständig sich selbst verbessern will,
hat oft keine Energie mehr, um für andere da zu sein.

Selbstoptimiert.
Aber keine Ahnung, wie man Tee macht.
– Hendrik Birke

Sie sind perfekt organisiert.
Aber innerlich leer.
Sie sind diszipliniert.
Aber emotional verwahrlost.

Denn niemand hat ihnen gesagt:
Dass Stärke nicht in Daten liegt – sondern in Taten.
Und dass ein stiller Tee für jemand anderen
manchmal heilender ist als jedes Supplement.

Ich sage:
Optimiere Dich nicht zu Tode.
Sei lieber jemand, der da ist.
Echt. Ungefiltert. Und warm.

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